LexikonKorinthen
Allgemein
Korinthen sind getrocknete Beeren der sehr kleinbeerigen Rebsorte Black Corinth. Sie zeichnen sich durch ihre dunkle Farbe, geringe Größe und ein intensives, leicht herbes Aroma aus. Im Vergleich zu Rosinen und Sultaninen sind sie weniger süß und bringen eine komplexere Fruchtigkeit in Gebäck und Desserts. In der Küche werden sie vor allem zum Backen, für Füllungen und als aromatische Einlage verwendet. Ihre Textur ist fest und saftig, ohne störende Kerne.
Herkunft
Der Name Korinthen leitet sich von der griechischen Stadt Korinth ab, über deren Häfen diese Trockenbeeren historisch gehandelt wurden. Die Hauptanbaugebiete liegen bis heute in Griechenland, insbesondere auf dem Peloponnes und einigen Inseln. Von dort aus verbreiteten sie sich in die europäische Backtradition, wo sie in zahlreichen klassischen Kuchen- und Brotrezepten festen Platz fanden. Auch in Mitteleuropa sind Korinthen seit Jahrhunderten bekannt und geschätzt.
Verwendung
Korinthen werden bevorzugt in Hefeteigen wie Königskuchen, Stollen oder Rosinenbrötchen eingesetzt. Vor dem Backen können sie kurz in warmem Wasser, Saft oder Rum eingeweicht werden, um sie saftiger zu machen. Sie passen auch zu Nussfüllungen, Strudeln und Fruchtdesserts und geben Müsli, Porridge oder Salaten eine aromatische Note. Beim Backen sollten sie zuletzt unter den Teig gehoben werden, um ein gleichmäßiges Verteilen zu gewährleisten.
Nährwerte
Korinthen liefern überwiegend Kohlenhydrate in Form natürlicher Fruchtzucker sowie Ballaststoffe. Sie enthalten zudem Mineralstoffe wie Kalium und geringe Mengen an Eisen sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Aufgrund ihrer Energiedichte sollten sie in Maßen genossen werden, können aber in kleinen Mengen eine wertvolle Ergänzung zu Backwaren und Snacks sein. Der Wassergehalt ist niedrig, wodurch sie lange haltbar sind.
Besondere Merkmale
Charakteristisch sind die sehr kleine Beerenform, die tiefdunkle Farbe und das konzentrierte Aroma. Anders als Sultaninen werden Korinthen nicht mit Lauge oder Schwefel behandelt, sondern traditionell sonnengetrocknet. Ihre feste Konsistenz sorgt dafür, dass sie im Teig nicht zerfallen und beim Backen ihren Biss behalten. Das macht sie ideal für Rezepte, die eine definierte Fruchtstruktur wünschen.
Begrifflichkeiten
Im Alltag werden Korinthen oft mit Rosinen oder Sultaninen verwechselt, doch sie bezeichnen eine eigene Trockenbeerenkategorie. Rosinen ist der Oberbegriff für getrocknete Trauben, Sultaninen stammen meist von der Rebsorte Sultana/Thompson Seedless und sind heller und süßer, während Korinthen von Black Corinth stammen und kleiner sowie aromatisch kräftiger sind. In Rezepten sollte daher die spezifische Bezeichnung beachtet werden.