LexikonHolunderblüten
Allgemein
Holunderblüten sind die zarten, cremeweißen Blütendolden des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra). Sie werden frisch oder getrocknet in der Küche eingesetzt und verleihen Speisen und Getränken ein intensiv blumiges, leicht zitroniges Aroma. Besonders beliebt sind sie für Sirup, Limonaden, Bowlen und Desserts. Die Blüten sollten möglichst frisch und ungespritzt geerntet werden, idealerweise an trockenen Tagen, wenn ihr Aroma am stärksten ist.
Herkunft
Der Schwarze Holunder ist in Europa heimisch und seit Jahrhunderten Bestandteil traditioneller Hausgärten und Wildhecken. In der Volksküche des deutschsprachigen Raums haben Holunderblüten und Holunderbeeren einen festen Platz, etwa in Sirupen, Tees und Süßspeisen. Saison der Blüten ist meist von Mai bis Juni, je nach Region und Witterung. Die Nutzung der Blüten hat sich von der bäuerlichen Vorratsküche zu einer geschätzten Zutat in der modernen Aromenküche entwickelt.
Verwendung
Holunderblüten werden häufig zu Sirup eingekocht, der als Basis für erfrischende Getränke, Cocktails oder zum Aromatisieren von Desserts dient. Frische Dolden können in Pfannkuchenteig getaucht und ausgebacken werden (Hollerküchle). Getrocknete Blüten eignen sich für Tees und zum Parfümieren von Zucker oder Pudding. Vor der Verwendung werden Insekten vorsichtig ausgeschüttelt; die Blüten werden in der Regel nicht gewaschen, um das Aroma nicht zu verlieren.
Nährwerte
Holunderblüten werden in kleinen Mengen als Aromageber genutzt und tragen daher nur marginal zu Kalorien- oder Makronährstoffbilanz bei. Sie enthalten natürliche Aromastoffe, ätherische Öle und geringe Mengen an sekundären Pflanzenstoffen. In Teeaufgüssen werden die Inhaltsstoffe hauptsächlich als Geschmacksträger geschätzt.
Besondere Merkmale
Das charakteristische Parfum der Holunderblüten ist intensiv floral mit feinen Zitrusnoten. Frische Blüten sollten zügig verarbeitet werden, da sie schnell welken und an Aroma verlieren. Für Sirup empfiehlt sich das Ziehenlassen der Blüten in Zuckerlösung mit Zitronenscheiben oder -saft, um Geschmack und Farbe zu stabilisieren. Getrocknete Blüten sind eine praktische Alternative außerhalb der Saison.
Begrifflichkeiten
Im Deutschen sind regionale Namen wie Hollerblüten oder Holderblüten gebräuchlich. International werden sie als Elderflower bezeichnet. Nicht zu verwechseln sind Holunderblüten mit Holunderbeeren, die erst im Spätsommer reifen und anders verwendet werden. Der botanische Name der häufig genutzten Art lautet Sambucus nigra.