LexikonHanfsamen
Allgemein
Hanfsamen sind die kleinen, knackigen Samen des Nutzhanfs (Cannabis sativa) und werden als nährstoffreiche Lebensmittelzutat verwendet. Sie zeichnen sich durch einen mild-nussigen Geschmack und eine angenehme Bissstruktur aus. Erhältlich sind sie ungeschält, geschält (Hanfsamenkerne) oder geröstet. In der Küche gelten sie als vielseitige Ergänzung für Müsli, Backwaren, Salate und Smoothies. Da sie aus EU-zertifiziertem Nutzhanf stammen, haben sie keine berauschende Wirkung.
Herkunft
Die Nutzung von Hanf als Kulturpflanze hat eine lange Geschichte in Asien und Europa, wo Hanf sowohl als Faser- als auch als Ölpflanze angebaut wurde. Moderne Speisehanfsorten sind so gezüchtet, dass sie den gesetzlichen THC-Grenzwert deutlich unterschreiten. Anbaugebiete finden sich weltweit, unter anderem in Europa, Kanada und China. Mit wachsendem Interesse an pflanzenbasierten und nachhaltigen Lebensmitteln erleben Hanfsamen eine Renaissance.
Verwendung
Hanfsamen werden pur über Bowls, Joghurt oder Salate gestreut, in Müslis und Granola gemischt oder in Broten, Riegeln und Keksen verbacken. Geschälte Hanfsamen eignen sich für Cremes, Dips und Pestos sowie zum Verfeinern von Smoothies. Aus den Samen wird auch Hanföl gepresst; der Presskuchen wird zu Hanfproteinmehl weiterverarbeitet. Leichtes Anrösten intensiviert das nussige Aroma.
Nährwerte
Hanfsamen punkten mit hochwertigem pflanzlichem Eiweiß inklusive aller essentiellen Aminosäuren. Sie liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren, darunter ein günstiges Omega‑6- zu Omega‑3-Verhältnis, sowie Ballaststoffe, Vitamine der B‑Gruppe und Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink. Ihr Energiewert ist aufgrund des Fettgehalts moderat bis hoch.
Besondere Merkmale
Speisehanf enthält praktisch kein berauschendes THC und ist daher für den Verzehr unbedenklich. Die Samen sind natürlich glutenfrei und passen in vegetarische und vegane Ernährungsweisen. Aufgrund ihres Fettsäureprofils sollten sie kühl, dunkel und luftdicht gelagert werden, um Oxidation zu vermeiden.
Begrifflichkeiten
Im Handel finden sich Bezeichnungen wie Hanfsamen, Hanfsamenkerne (geschält) oder Speisehanfsamen. Hanföl bezeichnet das aus den Samen kaltgepresste Pflanzenöl, während Hanfprotein bzw. Hanfmehl Produkte aus dem entölten Presskuchen sind. Nutzhanf unterscheidet sich klar von THC-reichen Cannabis-Sorten.