LexikonCantuccini
Allgemein
Cantuccini sind klassische, zweimal gebackene Mandelkekse aus Italien, bekannt für ihre feste, knusprige Textur und das ausgeprägte Mandelaroma. Der Teig besteht üblicherweise aus Mehl, Zucker, Eiern und ganzen Mandeln; Butter wird traditionell selten verwendet. Durch das doppelte Backen werden die Scheiben besonders trocken und haltbar. Cantuccini passen zu Kaffee, Espresso, Dessertweinen oder dienen als knuspriges Element in Desserts, Crumbles und Tartes.
Herkunft
Ihren Ursprung haben Cantuccini in der Toskana, insbesondere in der Stadt Prato, weshalb sie auch als Biscotti di Prato bekannt sind. Historisch wurden sie als lange haltbares Gebäck geschätzt, das sich gut aufbewahren und transportieren ließ. Im Laufe der Zeit verbreiteten sich Cantuccini in ganz Italien und international, wobei regionale Variationen und moderne Interpretationen entstanden. Die Kombination mit Vin Santo gilt als toskanischer Klassiker.
Verwendung
Cantuccini werden klassisch zum Tunken in Vin Santo, Kaffee oder Espresso gereicht. In der Küche lassen sie sich grob zerbröselt als Boden oder Topping für Tartes, Cheesecakes und Desserts nutzen, oder fein zerkleinert in Cremes und Parfaits einarbeiten. Auch als knuspriger Kontrast in Obstsalaten oder zu Eis sind sie beliebt. Durch ihre Festigkeit behalten sie in Feuchtigkeit etwas Biss, wenn sie kurz vor dem Servieren verwendet werden.
Nährwerte
Typisch für Cantuccini sind ein moderater Fettgehalt, hauptsächlich aus den enthaltenen Mandeln, sowie ein höherer Kohlenhydratanteil durch Zucker und Mehl. Sie liefern pflanzliches Eiweiß aus Nüssen und enthalten Ballaststoffe. Der Energiegehalt ist aufgrund von Zucker und Nüssen relativ hoch. Nährwerte können je nach Rezeptur, Nussanteil und eventuellen Zusätzen wie Butter oder weiteren Trockenfrüchten variieren.
Besondere Merkmale
Das doppelte Backverfahren verleiht Cantuccini ihre charakteristische Härte und lange Haltbarkeit. Ganze oder grob gehackte Mandeln prägen Optik und Biss. Es existieren Varianten mit Pistazien, Haselnüssen, Trockenfrüchten oder Schokolade. Glutenhaltiges Weizenmehl ist üblich; glutenfreie Alternativen sind möglich, aber nicht traditionell. Das Aroma entwickelt sich nach einigen Tagen Lagerung oft noch harmonischer.
Begrifflichkeiten
„Cantuccini“ ist die italienische Mehrzahlform; „Cantuccio“ bezeichnet ein einzelnes Stück. Häufig werden sie auch „Biscotti di Prato“ oder kurz „Biscotti“ genannt, wobei letzterer im Englischen allgemein harte, zweimal gebackene Kekse meint. In Rezepten kann „Cantucci“ als Synonym auftauchen; gemeint ist das traditionelle Mandelgebäck aus der Toskana.